Acne Inversa

Acre Inversa befällt vor allem die Achsel-, Leisten- und Perianalregion. In Deutschland sind über drei Millionen Menschen davon betroffen. Als Ursache wurde initial eine Entzündung der Schweißdrüsen vermutet, heute wissen wir, dass diese Erkrankung nicht von der Schweißdrüse, sondern von der Talgdrüse und von der äußeren Wurzelscheide der Terminalhaarfollikel ausgeht. Eine Verstopfung der Talgdrüsenausführungsgänge und Ausbildung von Komedonen führt zu einer Ausbreitung der Entzündung nach innen (deswegen inversa, nach innen gekehrt) und Ausbildung von subcutanen (Unterhaut) Fistelgängen.  

Die Entzündung der Schweißdrüsen erfolgt meist sekundär. Acne inversa ist damit keine Schweißdrüsenentzündung und der Begriff "Hidradenitis" irreführend (hidrós: Schweiß, Adenitis: Drüsenentzündung).

Beide Geschlechter können betroffen sein, wobei bei den Männern häufiger die Region um den After befallen ist. Dies ist der Grund warum die Erkrankung oft von Proktologen und Hautärzten behandelt wird.

Ursachen der Acne Inversa

Die Ursachen der Erkrankung sind noch nicht vollständig aufgeklärt. Es gibt eine Reihe von Faktoren, welche den Krankheitsverlauf begünstigen oder auch erst zum Ausbruch der Krankheit führen:

  • Rauchen: Statistische Untersuchungen belegen eindeutig, dass etwa 80 bis 95 Prozent der Patienten rauchen. Das Rauchen scheint also bei der Entwicklung der Erkrankung eine entscheidende Rolle zu spielen.
  • Übergewicht: Führt zu vermehrter Feuchtigkeit, warmem Milieu und Aufweichen der Haut durch aufeinanderliegende Hautschichten.
  • Zuckerkrankheit und geschwächte Immunabwehr.
  • Männliche Hormone: Vermehrte Talgproduktion und dadurch schnelleres Verstopfen der Talgdrüsenausführungsgänge.
  • Genetische Faktoren: Meist sind mehrere Personen in der Familie an Acne inversa erkrankt.
  • Bakterien: Sind nicht ursächlich beteiligt, können jedoch als Superinfektion (drauf gesetzte Entzündung) den Krankheitsverlauf verschlimmern.

Folgen und Komplikationen

Entzündungen die im Rahmen der Acne inversa auftreten sind in der Regel schmerzhaft. Bei Fortschreiten der Entzündung können Lymphknotenschwellung, Kopfschmerz und Fieber auftreten. Ein Übertreten von Bakterien (Staphylococcus aureus) kann zu einer Blutvergiftung führen.

Die Erkrankung verläuft oft chronisch-rezidivierend. Die Hautveränderungen, der langwierige Verlauf und deren Therapie können oft psychisch belastend und mit Fehlzeiten am Arbeitsplatz verbunden sein. Nicht selten können der Verlust des Arbeitsplatzes mit anschließender Erwerbslosigkeit und sozialem Rückzug zur Depression führen.

Einteilung der Stadien nach Hurley

Stadium I   > Einzelne oder mehrere, abgrenzende Abszesse ohne Fisteln
Stadium II  > Ein oder mehrere weit auseinander liegende Abszesse mit Fistelgängen
Stadium III > Flächiger Befall mit Abszessen, Fistelgängen und Narbenzügen

Therapiemöglichkeit

Die Behandlung kann mit lokaler Anwendung von antimikrobiellen Lösungen oder Ammoniumbituminosulfonat, systemischer Antibiose und punktueller chirurgischer Entlastung kurzweilig zu einer Teilremision führen. Wenn schon Fisteln (Stadium II) gebildet sind führen diese Maßnahmen jedoch nicht zur vollständigen Heilung.

Aufgrund der immer wieder kehrenden Entzündungsschübe und den verbleibenden Fistelgängen bleibt nur die Operation: Die vollständige Entfernung der von Acne inversa befallenen Hautbereiche. Dies kann bei der notwendigen Radikalität zu ausgedehnten Wundgrößen und Heilungsverläufen von bis zu 12 Wochen führen. Eine Nikotinkarenz steigert in hohem Maße die Heilungschancen und ist für den Erfolg fast unabdingbar.

Vor einer solchen Operation werden unsere Patienten ausführlich über Folgen, Risiken, Arbeitsausfall, Wundgrößen und Wundpflege beraten. Bei der Stigmatisierungsgefahr der Erkrankung ist dies enorm wichtig.


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